FriedensMahnwache

jeden Montag 18.00 Uhr

Pariser Platz
(am Brandenburger Tor)


Beiträge und Ideen willkommen!

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> Dokumente

Auf dieser Seite finden sich Dokumente zur Montagsmahnwache selbst sowie zu Themenschwerpunkten unserer Veranstaltungen. --  Hinweise 

[MontagsMahnwache]

[Bundestagswahl 2009]

[Libanon]

[Irak]

[Iran]

[Israel-Palästina-Konflikt]

[Sozialabbau]

[EU-Verfassung]

[Berliner Bankenskandal]

[Europäisches Sozialforum]

[Weltweiter Aktionstag am 27.9.2003]

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> Termine / Themen:



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> Flyer zur MontagsMahnwache

Unser Handzettel als PDF-Datei zum Download, Kopieren und Weitergeben! A4-Seite mit vier Flyern im Format A6. Der Wiedererkennungseffekt ist am größten, wenn sie auf blaues Papier kopiert werden.
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> Restaurant 'Cum Laude' (Lageskizze)

Der Ort für Vor- und Nachbereitungen sowie für Vorträge, Diskussionen und Gespräche ist i.allg. das Restaurant 'Cum Laude' im Westflügel der Humboldt-Uni. Vom Brandenburger Tor etwa 15 Minuten zu Fuß. Der Eingang ist in der Universitätsstraße, Ecke Dorotheenstr.
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> Flyer zur Bundestagswahl 2009 (doppelseitig)

Unentschlossen?
Sie wissen nicht, welche Partei Sie bei den nächsten Wahlen wählen sollen?

Wir wissen es auch nicht !

Die etablierten Parteien haben sich so stark aneinander angeglichen, dass es schon beinahe egal ist, welche dieser Parteien Sie wählen. ABER:

Nicht zu wählen ist nicht die Lösung!


Nichtwähler haben keinen politischen Einfluss. Selbst bei einer Wahlbeteiligung von nur 36,4% wie in Sachsen-Anhalt 2007 erklärten die einzelnen Parteien, sie seien angeblich von der Mehrheit gewählt und würden in Volkes Auftrag handeln.

Was also tun?


Informieren Sie sich über die kleinen Parteien. Vielleicht wollen Sie der einen oder anderen Ihre Stimme geben. Oder Sie machen Ihren Stimmzettel ungültig, wenn es keine Partei gibt, die Sie auf die eine oder andere Weise anspricht. Somit hätten Sie dann an der Wahl teilgenommen und Ihre Stimme muss bei der Auswertung der Wahl mitgezählt werden. Vorsicht! Nicht aus Versehen Naziparteien wählen!

Erteilen Sie den etablierten Parteien und ihren sogenannten Volksvertretern einen Denkzettel !

Wir wollen nicht, dass mit unseren Steuergeldern völkerrechts- und grundgesetzwidrige Kriege finanziert werden.

Wir wollen nicht, dass mit unserem Geld Großkonzerne subventioniert werden.

Wir wollen nicht, dass durch Atommüll nachfolgende Generationen geschädigt werden, weder hier noch anderswo.

Wir wollen nicht, dass unter dem Vorwand der "Terrorbekämpfung" jeder unter Generalverdacht gestellt wird und deshalb die Pressefreiheit eingeschränkt, E-Mails kontrolliert, Telefon- und Mobilfunkkontakte gespeichert und abgehört werden.

Wir wollen nicht, dass gegen unseren Willen Volkseigentum verscherbelt wird.

Wir wollen nicht, dass Bildung nur noch für einige Privilegierte möglich sein wird.

Wir wollen nicht, dass unsere Nahrungsmittel durch Gentechnik verändert werden, ohne zu wissen, welche negativen Folgen das für Mensch, Tier und Umwelt haben wird.

Wir wollen nicht, dass medizinische Versorgung immer teurer und schlechter wird.

Wir wollen nicht, dass Sie im Alter nicht sicher sein können, ob Sie eine ausreichende Rente bekommen werden.

Wir wollen nicht, dass junge Menschen wieder in den Krieg ziehen! (Jugoslawien, Afghanistan, am Horn von Afrika oder im Einsatz vor der libanesischen Küste)

Nie wieder Krieg !
Wir brauchen keine Volksvertreter, die mehrheitlich die Interessen der großen Konzerne vertreten!


V.i.S.d.P. Die Montagsmahnwache für Frieden und Völkerrecht [www.montagsdemo.ixy.de]

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> Aufruf zur Demonstration gegen die Kriege in Nahost und gegen deutsche Beteiligung

Antikriegsdemo am 2. September 2006.
(Hinweis: Die Berliner Montagsdemo [gegen Hartz IV] ist nicht die MontagsMahnwache!)


Aufruftext:

Heraus zur Antikriegstagsdemonstration!
Am Samstag, den 2.9.06, um 11 Uhr , Alexanderplatz


"Kein Einsatz deutscher Truppen im Nahen Osten! Hände weg vom Libanon und Palästina! Für Frieden, Völkerfreundschaft und internationale Solidarität."


Am 25. Juni 2006 begann die israelische Armee einen völkerrechtswidrigen Aggressionskrieg gegen das palästinensische und libanesische Volk. Sowohl im Gazastreifen als auch im Libanon zerstörten israelische Truppen Wohnhäuser, Brücken, Straßen, Kraftwerke und Flughäfen. Inzwischen sind mehr als 1.100 palästinensische und libanesische Zivilisten getötet und weitere Tausende verletzt, ebenso israelische Zivilisten.

Diese Aggression Israels läuft unter Regie und ganz im Stile von Bushs "New War". Der Widerstand gegen diese Aggression hat im Nahen Osten und weltweit einen Aufschwung genommen. Das Ziel, mit einem Blitzkrieg den Widerstand auszuschalten, ist gescheitert.

Kritik am aggressiven Kurs der israelischen Regierung hat mit Antisemitismus nichts zu tun. Wir sind solidarisch mit der israelischen Friedensbewegung. Der Antisemitismus ist eine rassistische Ideologie, die wir wie die faschistische Ideologie entschieden verurteilen. Wir weisen jede Kriminalisierung des aktiven Widerstands des palästinensischen – und der arabischen Völker zurück. Wir verurteilen auch Attentate religiöser Fanatiker gegen die Bevölkerung. Wir wenden uns entschieden gegen die von Politikern der Großen Koalition über die Massenmedien verbreitete Terrorhysterie und die Absicht zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren sowie die umfassende Bespitzelung der Bevölkerung.

Das UN-Diktat eines "Waffenstillstands" mit "robustem" Einsatz von UN-Blauhelmen aus den größten Industrieländern ist Teil des Konkurrenzkampfes um die Vorherrschaft im strategisch wichtigen Nahen Osten. Das provoziert dort neue kriegerische Auseinandersetzungen mit unabsehbaren Folgen für den Weltfrieden. Dem muss Einhalt geboten werden!

Während die Bundesregierung die Bevölkerung im Inland mit dem Abbau sozialer Errungenschaften und demokratischer Rechte und Freiheiten drangsaliert, will sie nun auch die Aggression nach außen verstärken: Unmittelbar vor dem Antikriegstag am 1. September will der Bundestag den Einsatz deutscher Truppen im Nahen Osten beschließen. Das ist eine Provokation aller friedliebenden Menschen und muss eine gebührende Antwort erhalten. Wir rufen zu einer Demonstration unmittelbar nach dem Antikriegstag auf.

  • Wir fordern von der Bundesregierung: Keine deutschen Waffen und Soldaten in den Nahen Osten!
  • Sofortiger Stopp der militärischen Handlungen, Rückzug aller ausländischen Truppen aus dem Libanon, Palästina und dem ganzen Nahen Osten!
  • Für das Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen und libanesischen Volkes!
  • Für Frieden und internationale Völkerfreundschaft!
  • Solidarität mit dem Widerstand des palästinensischen und libanesischen Volkes, sowie mit dem wachsenden Widerstand innerhalb der israelischen Bevölkerung!

Auftakt: Samstag, den 2.9. um 11 Uhr, Alexanderplatz
Abschlusskundgebung: Unter den Linden (Amerikanische Botschaft)

Erstunterzeichner des Aufrufes sind: Angelika Fawag, Hausfrau; Eckhard Franke, Lehrer; Frauenverband Courage; Klaus Freudigmann, Montagsdemo Berlin; Dr.Ing.Gamal Hassan, Silke Henning, Jugendverband Rebell, Schulsprecherin OSZ Metall u. Fertigungstechnik; Dr. Volker Hoffman (Hochschuldozent); Humanwirtschaftpartei-BV Berlin; Dieter Ilius, MLPD; Jörg Irion, Rentner, Ilse Kather, Verdi-Vertrauensfrau Kiga City; Bernd Kudanek; Irmela Mensah-Schramm, Initiative Ausstellungsprojekt „Fast vernichtet“, MLPD Berlin; „Mütter gegen den Krieg“ (Berlin Brandenburg); Rudolf Palmer, Arbeitskreis für Friedenspolitik (AKF); Achim Sawall, Journalist; Heidi Schraner, Betriebsrat eCom; Suse Serway, IGM-Vertrauensfrau; “STOP THE WAR Brigade“;Hans-Jürgen Vollmer, WASG-Mitglied; Felix Weitenhagen, IGM-Vertrauensmann und BR; Martina Wikowski, Mitglied von Solidarität International

Presseverantwortliche: Rudolf Palmer 8344437, Achim Sawall 030/6186927 oder 0177/6186927 E-mail: Achim@de.internet.com

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> Aufruf zur Demonstration gegen den Krieg in Libanon

12. August: Internationaler Tag des Protestes und der Solidarität

"Für einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand – gegen den Krieg in Libanon und Palästina"

Demonstration  in Berlin, 15 Uhr Rotes Rathaus


Wir fordern:
  • einen sofortigen, bedingungslosen Waffenstillstand, der den vollständigen Rückzug der israelischen Truppen aus Libanon und dem Gaza-Streifen sowie die sofortige Einstellung jeglicher Kampfhandlungen aller Seiten beinhalten muss;
  • umfassende humanitäre Hilfe einschließlich der Aufnahme von Verletzten und Kranken in Deutschland;
  • die unverzügliche Einleitung eines politischen Verhandlungsprozesses zwischen allen Beteiligten für einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Frieden auf der Grundlage aller diesbezüglichen UNO-Resolutionen;
  • den unverzüglichen Stopp aller Waffenlieferungen in die Region des Nahen Osten einschließlich der deutschen Waffenlieferungen an Israel;
  • die Gewährleistung der friedlichen Koexistenz eines unabhängigen und lebensfähigen Staates Palästina an der Seite des Staates Israel in sicheren Grenzen und ohne Bedrohung durch andere;
  • die Rückkehr aller Flüchtlinge in ihre angestammten Orte im Südlibanon und ihre Entschädigung;
  • keine NATO-Truppen in den Libanon.


Auftaktkundgebung 15 Uhr vor dem Roten Rathaus (Neptunbrunnen)
Die Route führt über die Straße Unter den Linden, Friedrichstr., Leipziger Str. zur Abschlusskundgebung am Potsdamer Platz.

Unterstützer der Demo (Stand vom 11.08.2006, 11 Uhr) :
deutsche, palästinensische, libanesische und arabische Vereine,
Bundesvorstand der Linkspartei.PDS,
Bundesvorstand der WASG und
ver.di Berlin
-- insgeamt 59

im einzelnen:
Achse des Friedens -- Allmende e.V. (Haus alternativer Migrationspolitik und Kultur) -- American Voices Abroad Military Project (Berlin) -- Anti-G8-Bündnis -- Arabische Kulturgesellschaft -- Arbeitsgemeinschaft für christlich-islamische Begegnung in Würzburg (ACIB) -- Arbeitskreis Nahost -- attac Würzburg -- Autonome KommunistInnen Berlin -- Berliner Initiative für Frieden im Nahen Osten -- BüSGM : Bündnis für Soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde -- Bundesverband der Deutsch-Syrischen Kulturvereine e.V. -- Dachverband Arabischer Vereine -- Deutscher Friedensrat -- Deutscher Freidenker-Verband -- Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V. -- DFG/VK LV Ost -- DKP Berlin -- Dortmunder Friedensforum -- Europäisches Friedensforum -- Flüchtlingsrat Berlin -- Flüchtlingsrat Brandenburg -- Föderation demokratischer Arbeitervereine (DIDF) -- Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba e.V. -- Friedensinitiative Friedrichsberg-Kreuzhain -- Friedensweg e.V. Leipzig -- Gesellschaft zum Schutze von Bürgerrecht und Menschenwürde -- Großmütter gegen den Krieg -- Gruppen der Friedenskoordination Berlin -- Hendrik-Kraemer-Haus -- Humanwirtschaftspartei -- Initiative Berliner Muslime -- Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF) -- Iranisches Komitee für Demokratie und Frieden in Nahost -- Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost -- Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936-1939 e.V. (KFSR) -- Kommunität Grimnitz e.V. in Joachimsthal -- Landesverband der Syrer in Berlin und Brandenburg e.V. -- Libanesische Gemeinde -- Linkspartei.PDS -- Linksruck -- Montagsmahnwache gegen den Krieg (MMW) -- Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg -- NAJDEH e.V.  Soziale Hilfsorganisation für die Palästinenser -- Ostermarsch Ruhr Komitee -- Palästinensische Ärzte- und Apothekervereinigung in Berlin -- Palästinensische Gesellschaft für Menschenrechte -- Palästinensische Gemeinde -- Palästinensische Studentenvereinigung in Berlin -- Plataforma-Platform der MigrantInnen und Flüchtlinge -- SAV -- urban-social gGmbH -- ver.di Bezirksvorstand Berlin -- Vereinigung für Internationale Solidarität (VIS) e.V. -- Verein palästinensischer Ingenieure in Berlin -- Volkswiderstandsbewegung der Welt -- WASG Bundesvorstand -- Würzburger Friedensbündnis -- Xochicuicatl e.V., lateinamerikanischer Frauenverein

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> Online-Petition zum drohenden Krieg gegen Iran (IPPNW, 2006)

Kein Krieg gegen den Iran!
Für eine friedliche Lösung der Krise

Angesichts der sich gefährlich zuspitzenden internationalen Krise um das Atomprogramm des Iran und vielfältiger Hinweise auf geplante Militäraktionen der USA und/oder Israels gegen dieses Land unterstütze ich die sechs Forderungen, die von der deutschen und internationalen Friedensbewegung an die verantwortlichen Regierungen für eine friedliche Lösung der Problematik gestellt werden:

  • Verzicht auf die militärische Option durch alle Seiten;
  • Ein klares Bekenntnis gegen den atomaren Erstschlag;
  • Die Umsetzung der Forderung nach einer kernwaffenfreien Zone im Nahen und Mittleren Osten, wie sie im Atomwaffensperrvertrag und in den jährlichen Resolutionen der UNO-Vollversammlung erhoben wird;
  • Ein klares Bekenntnis aller Parteien zur globalen Vernichtung von allen Atomwaffen wie sie in der Abschlusserklärung der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag im Jahr 2000 festgeschrieben wurde;
  • Eine diplomatische Lösung für den Konflikt zwischen den USA, Israel, und dem Iran. Ein Kompromiss muss die Anerkennung der legitimen Sicherheitsinteressen aller Parteien, insbesondere von Israel und Iran, beinhalten. Hetzreden müssen ebenso unterlassen werden wie die fortgesetzte Sondierung militärischer Optionen;
  • Unsere eigene Regierung fordern wir auf, jeglichen Waffenexport nach Nahost zu unterlassen, was insbesondere die Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten an Israel betrifft.


Diese Petition wurde formuliert von den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW).
Die Petition kann online unterzeichnet werden (E-Mail-Adresse erforderlich):

www.ippnw.de/Atomwaffen/Atomwaffenpolitik/Iran/form/Iranappell.html

  



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> Aufruf anläßlich des Bush-Besuchs in Deutschland (Feb. 2005)



NOT WELCOME, MR. BUSH!
Für eine friedliche und soziale Welt!



Am 23. Februar wird der Repräsentant der US-Kriegspolitik Deutschland besuchen. Er will dabei die Zusammenarbeit im "Kampf gegen den Terror" vertiefen. Aber der Krieg der USA gegen den Irak ist selbst terroristisch und Quelle immer neuer Gewalt. In Wirklichkeit geht es auch um die Verletzung von Menschenrechten, um die Missachtung internationaler Übereinkünfte und ökologische Verantwortungslosigkeit. All dies wird einem rücksichtslosen Gewinn- und Machtstreben im Rahmen der neoliberalen Globalisierung untergeordnet.

Mehr als 100.000 Menschen im Irak verloren in den letzten zwei Jahren bereits ihr Leben, in ihrer großen Mehrheit unbewaffnete ZivilistInnen. Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig. Die Kriegsverbrechen der US-Streitkräfte in Afghanistan und Irak wie das Foltern von Gefangenen verletzen elementare Menschenrechte.

Wir fordern von der Bundesregierung, die Kriegsgefolgschaft zu verweigern!
Die deutsche Bundesregierung leistet beträchtliche Hilfe für den Kriegskurs der USA:
  • durch die Nutzung der hier gelegenen Militärflughäfen, darunter Rhein/Main-Airbase, Ramstein und Spangdahlem;
  • durch die Bewachung der US-Militäreinrichtungen;
  • durch den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und am Horn von Afrika; sowie
  • durch die Ausbildungs- und Materialhilfe für irakische Truppen.

Die Bundesregierung hat bereits im Krieg gegen Jugoslawien das grundgesetzlich verbriefte Verbot des Angriffskrieges gebrochen. Sie betreibt planmäßig und in großem Umfang den Umbau der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Interventionstruppe und gehört in der EU zu den treibenden Kräften der europäischen Militarisierung.

Wir fordern von den USA und ihren Verbündeten:
  • Schluss mit der Militärgewalt gegen die Zivilbevölkerung im Irak!
  • Beendigung der Besatzung; Selbstbestimmung der Bevölkerung im Irak!
  • Bestrafung aller Verantwortlichen für Folter, Misshandlung von Gefangenen und Angriffe gegen Zivilisten!
  • Reparationszahlungen der Interventionsstaaten an den Irak für die dort angerichteten Schäden

Wir fordern
  • Schluss mit der Beteiligung von NATO, EU und Bundeswehr am Krieg im Nahen und Mittleren Osten! Keine militärische Intervention im Iran!

Um die drängenden Probleme der Menschen global friedlich lösen zu können, braucht die Welt keine Kriegsallianzen und keine US-Alleingänge, sondern solidarische Zusammenarbeit.

Deshalb treten wir ein:
  • Für eine gleichberechtigte wirtschaftliche, soziale und nachhaltige Entwicklung;
  • Für ein ziviles und soziales Europa, gegen die Verpflichtung zur Aufrüstung in der EU-Verfassung;
  • Für die Anerkennung und Bekämpfung der Ursachen von Terrorismus, wie Armut, Perspektivlosigkeit, Ausbeutung und Ungerechtigkeit;
  • Für eine gerechte wirtschaftliche und soziale Entwicklung unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte.

Europäische Politik muss Friedenspolitik sein – Abrüstung statt Sozialabbau!

Eine friedliche Welt ist möglich!

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> Veranstaltung mit ehemaligem UN-Waffeninspekteur (19.04.2004)


Veranstaltung mit ehemaligem UN-Waffeninspekteur (UNMOVIC/Irak) im Rahmen der MontagsMahnwache!

Termin:
Montag, 19.04.2004

Ort und Zeit:
Inselgalerie (Torstraße 207/Ecke Novalisstraße). Beginn 19:30 Uhr
[Inselgalerie: Infos und Anfahrt]

Veranstaltung:
Vortrag/Präsentation und Diskussion

Der Eintritt ist frei.



Ankündigung:


Bernd Birkicht
(http://www.google.com/search?q=%22Bernd+Birkicht%22)

berichtet als ehemaliger UNO-Waffeninspektor der UNMOVIC im Team der Computerforensiker von seinen Erfahrungen und zieht eigene Schlüsse, was bestimmte Zusammenhänge mit 11. Sept., Afghanistan, der Präsenz der USA in Eurasien, Erdölvorkommen und deren Ausbeutung durch US-Konzerne und British Petrol etc. angeht. Die Rolle der Deutschen, Franzosen und Russen aber auch der Engländer wird beleuchtet. Einmal aus der Sichtweise als damaliger UN-Inspektor mit den damaligen Kenntnissen und auch mit den heutigen Kenntnissen. Erstaunlicherweise sind diese Sichtweisen im Endeffekt nicht unterschiedlich!

Bildmaterial aus Zeiten der Inspektionen und Hintergrundinformationen über den Ablauf und Durchführung der Inspektionen runden die Info-Veranstaltung mit massiv subjektivem Charakter ab, in der es dennoch viel Raum für Diskussionen geben dürfte ;)

Die Dauer beträgt erfahrungsgemäß mindestens 1,5 Stunden, eher 2,5 Stunden. Zeitraum also voraussichtlich 19:30 Uhr bis 23:00 Uhr.


(Verfaßt von Bernd Birkicht. Stand März 2004.)

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> Der Verlauf der Mauer in Palästina

Entgegen früheren Beteuerungen der israelischen Regierung soll die Mauer, die derzeit auf palästinensischem Gebiet errichtet wird, nun doch die "künftige Staatsgrenze markieren", falls der Friedensprozeß im Rahmen der "Road Map for Peace" scheitert (Ariel Sharon am 23.11.2003 in Jediot Achronot).

Die Gebiete außerhalb der Mauer würden damit dem Staat Israel zufallen; die fortschreitende illegale Landnahme durch hunderte jüdische Siedlungen seit 1967 wäre endgültig zementiert.

Wie die palästinensische Autonomiebehörde befürchtet, könnte Israel sich auf diese Weise bis zu 42 Prozent des palästinensischen Territoriums aneignen, einschließlich Ost-Jerusalems und des Jordantals, in dem allein 70.000 Palästinenser betroffen wären.

Die Mauer verläuft vielerorts durch fruchtbares Ackerland, trennt dabei palästinensische Dörfer systematisch von ihren Feldern und von der lebenswichtigen Wasserversorgung (Brunnen) ab. Auch Tausende von Obst- und Olivenbäumen sind dem Mauerbau bereits zum Opfer gefallen. Die Eigenversorgung der Palästinenser, die ohnehin massiv auf ausländische Hilfsgüter angewiesen sind, wird so zusätzlich erschwert. Wie untenstehende Karten zeigen, geht auch die territoriale Integrität Palästinas - bereits jetzt geschwächt durch die israelischen Siedlungen, Kontrollposten und Verbindungsstraßen - komplett verloren. Ein lebensfähiger palästinensischer Staat wird so praktisch unmöglich.

Nachfolgende Karten dokumentieren den Stand vom Herbst 2003 sowie den geplanten Verlauf der Mauer (verschiedene Versionen, z.T. basierend auf Zwangsenteignungen palästinensischer Grundbesitzer in den betreffenden Gebieten).

jdjariel_map

(Quelle: NAD-NSU / stopthewall.org)
gushshalom_map

(Quelle: Gush Shalom)
  (JPEG, 695x904 -- 108 KB)
(GIF, 405x638 -- 26 KB)  



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> Treffen der jüdischen europäischen Friedensgruppen (Amsterdam 2002)

Abschlusserklärung

"Sage nicht, du habest nichts gewusst!"
Amsterdam, den 19./20. September 2002


Wir, die Vertreter von 18 jüdischen Friedensorganisationen aus neun europäischen Ländern, versammelten uns zur Konferenz "Sage nicht, du habest nichts gewusst!" in Amsterdam am 19. und 20. September 2002.

Wir appellieren an

A) die israelische Regierung, ihre augenblickliche Politik zu ändern und die Vorschläge der vorliegenden Erklärung umzusetzen;

B) alle anderen Regierungen, an die Vereinten Nationen sowie die Europäische Union Druck auf die israelische Regierung auszuüben, die Vorschläge der vorliegenden Erklärung umzusetzen.

Wir sind davon überzeugt, dass der einzige Weg aus der augenblicklichen Sackgasse ein Abkommen über die Schaffung eines unabhängigen und lebensfähigen palästinensischen Staates zur Grundlage haben muss und die Garantie eines sicheren und geschützten Israel und Palästina.

Dies erfordert:

1. Das sofortige Ende der Besatzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost-Jerusalem sowie die Anerkennung der Grenzen vom 4. Juni 1967.

2. Vollständige Räumung aller jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten.

3. Anerkennung des Rechtes beider Staaten, Jerusalem als ihre Hauptstadt anzusehen.

4. Offizielle Anerkennung des Anteils Israels am palästinensischen Flüchtlingsproblem.

Israel sollte im Grundsatz das Rückkehrrecht der Palästinenser als Menschenrecht anerkennen. Die praktische Lösung des Problems sollte über ein Abkommen zwischen den Parteien erreicht werden, das auf Gerechtigkeit, Fairness und Machbarkeit beruht. Als mögliche Optionen für Flüchtlinge sollten Entschädigung, Rückkehr in Gebiete Israels oder des künftigen Palästina in Betracht gezogen werden, ohne das Existenzrecht Israels zu gefährden.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft und insbesondere Europa dazu auf, dies politisch und finanziell zu unterstützen.


(EJJP -- EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE / Europäische Juden für einen gerechten Frieden)

Unterzeichner:

Eine andere jüdische Stimme (Niederlande)
Union progressiver Juden in Belgien – UPJB (Belgien)
Netzwerk der Juden gegen die Besatzung (Italien)
Gruppe Martin Buber – Juden für den Frieden (Großbritannien)
Freunde der Israelisch-Palästinensischen Koalition für Frieden
Gerechter Frieden (Großbritannien)
Juden für Gerechtigkeit für die Palästinenser (Großbritannien)
Jüdisch-sozialistische Gruppe (Großbritannien)
Britische Freunde von Frieden jetzt/ Peace Now
Rabbiner für Menschenrechte (Großbritannien)
Jüdisches Manifest (Schweden)
Die schwedische jüdische Friedensgruppe (Schweden)
Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina (Schweiz)
Union jüdischer Franzosen für den Frieden (Frankreich)
Le Cercle Francaise de Juif Diasporique de Gauche C – Cercle Gaston Crémieux (Frankreich)
New Outlook (Dänemark)
Meretz (Großbritannien)


Quelle

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> Kampagne "Stoppt den Mauerbau in Palästina!"

In Verbindung mit dem folgenden Aufruf ist auch eine Anzeigenkampagne unter dem Titel "Den Mauerbau in Palästina unverzüglich stoppen!" in größeren deutschen Tageszeitungen geplant. Hierzu werden noch Spenden benötigt. Gelder könnten darüber hinaus an israelische und palästinensische Friedensinitiativen gehen. Näheres auf der Homepage der Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW).
Kontakt und Spendenkonto am Ende des Textes.


Aufruf:

Hinter Mauern wächst kein Frieden


Die israelische Regierung errichtet gegenwärtig, ausschließlich auf dem Territorium des Westjordanlands, eine Trennungsmauer, schönfärberisch "Sicherheitszaun" genannt, die der Abwehr terroristischer Angriffe dienen solle. Die Auswirkungen für die palästinensische Bevölkerung sind dramatisch:
  • bis zu 200.000 Palästinenser werden von ihrem Land, aus ihren Dörfern und Städten vertrieben werden
  • es wird geschätzt, dass durch Annexion und mutwillige Zerstörung fruchtbaren Landes sowie durch Verlust von Wasserressourcen 46% der Nahrungsmittelproduktion für die Palästinenser dauerhaft verloren gehen
  • Dörfer werden durchtrennt und die Bewegungsfreiheit, die Möglichkeit, den Arbeitsplatz, die Schule oder Universität zu erreichen, massiv eingeschränkt. Statt eines "lebensfähigen palästinensischen Staates" entsteht ein Flickwerk aus Bantustans und Flüchtlingslagern.
Besetzte Territorien werden de facto annektiert, obwohl das durch die UN-Charta und die Genfer Konvention verboten ist, so der Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission, John Dugard, der folgert:
"Es ist die Zeit gekommen, diesen Mauerbau als ungesetzlichen Akt zu verurteilen".

Das Bedürfnis der israelischen Bevölkerung nach Sicherheit ist vollkommen berechtigt. Diese Mauer wird dazu aber keinen Beitrag leisten. So wenig die verbrecherischen Bombenanschläge gegen Zivilisten in Israel ein Leben in Würde und Freiheit für die Palästinenser herbeiführen können, so wenig wird diese schreckliche Gewalt durch noch mehr Unterdrückung, Elend, und auch nicht durch ebenfalls mörderische Luftangriffe zu beseitigen sein. Dies kann nur durch Schritte in Richtung einer gerechten Lösung erreicht werden. Es ist eine moralische und politische Notwendigkeit, auf die israelische Regierung einzuwirken, damit sie den Mauerbau umgehend einstellt, konfisziertes Land zurückgibt und zerstörte Anbauflächen wiederherstellt. Die israelische Besetzung und Besiedlung der Westbank und des Gazastreifens müssen beendet werden.

Deutschland ist in den israelisch-palästinensischen Konflikt verwickelt: denn Israel ist der Zufluchtsort vieler Überlebender des Holocaust, den Deutsche zu verantworten hatten. Verantwortung für unsere Geschichte zu übernehmen, muss aber auch das Schicksal der Palästinenser mit einschließen, die in diesem Zusammenhang ebenfalls zu Opfern geworden sind, ohne selber Schuld an der Judenverfolgung und dem Genozid in Europa zu tragen. Auch aktuell hat Deutschland als wichtiger Handelspartner und Waffenlieferant im Nahen Osten eine nicht unbedeutende Rolle. Wir fordern, den Rüstungsexport in diese Konfliktregion unverzüglich einzustellen, und die Handelsbeziehungen daraufhin zu überprüfen, inwieweit sie menschen- und völkerrechtlich vertretbar sind.

Wir unterstützen die israelischen Gruppen und Aktionen, die sich der Okkupation des palästinensischen Gebiets widersetzen, wie z.B. die Weigerung der 27 israelischen Luftwaffenpiloten, weiterhin palästinensische Dörfer und Städte zu bombardieren. Ebenso unterstützen wir alle Formen des alltäglichen, zivilen und gewaltlosen Widerstands der palästinensischen Bevölkerung gegen die israelische Besatzung, und wollen dazu beitragen, dass die internationale Friedensbewegung eine aktivere Rolle übernimmt im Kampf für ein demokratisches, gleichberechtigtes, die unterschiedlichen Kulturen respektierendes Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Israel und Palästina, für einen dauerhaften Frieden in der Region. Für uns liegt kein Widerspruch darin, gleichzeitig "pro-israelisch" und "pro-palästinensisch" zu sein.

Den Mauerbau in Palästina unverzüglich stoppen!

Aachener Friedenspreis
Aktionskreis Frieden, Erfurt
Attac, AG Globalisierung und Krieg
Attac Schorndorf, AG Globalisierung und Krieg
Braunschweiger Friedensbündnis
Bund für soziale Verteidigung
DKP Kreisvorstand Frankfurt
Frankfurter Bündnis gegen den Krieg
Friedens- und Zukunftswerkstatt e. V.
Friedensforum Duisburg
Friedensinitiative Bönen
Friedensinitiative Frankfurt-Rödelheim
Friedensinitiative Nottuln
Hamburger Regionalgruppe des Deutsch-Palästinensischen Frauenvereins
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
Komitee für Grundrechte und Demokratie
Menschen für den Frieden, Düsseldorf
Ökumenisches Friedensnetz Düsseldorfer Christinnen & Christen

Klaus Arons, Winfried Belz, Dr. Ulrich Billerbeck, Prof. Andreas Buro, Helga Dieter, Wilfriede Dieter, Barbara Dietrich, Barbara Dietzfelbinger, Frank Dörfel, Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Heinrich Fecher, Fritz & Bruni Freyeisen, Gisela Helbig, Matthias Jochheim, Claudia Karas, Arnold & Christel Kiel, Dieter & Marga Klein, Günter Kohler, Hermann Loewenich, Gisa Luu, Lisel Michel, Dr. Amir Mortasawi, Eberhard Neugebohrn, Clemens Ronnefeldt (Friedensreferent Versöhnungsbund), Ehepaar Stoller, Jan Teich, Edgar Weick, Günter Wimmer


Kampagne "Stoppt den Mauerbau in Palästina!", c/o Dr. Jens-Peter Steffen, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW). Körtestrasse 10, 10967 Berlin.

Tel 030 / 68 90 74 - 0; Email: ippnw@ippnw.de; Internet: www.ippnw.de

Spendenkonto 502 30 333, Stadtsparkasse Gaggenau, BLZ 66 55 12 90, Stichwort "Mauerbau"

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> "Stoppt den Mauerbau!" (Online-Petition)

Wortlaut der Petition (dt. Fassung):

Stoppt den Mauerbau!
Solidarität mit dem Internationalen Tag gegen die Mauer!

Wir, die Unterzeichner, sehen schockiert und mit Grauen den Bau der Apartheidmauer, den der israelische Staat auf palästinensischem Boden in den Besetzten Gebieten betreibt. Wir fordern die Bevölkerungen und die politischen Leader in der ganzen Welt dazu auf, all ihren Einfluss einzusetzen, damit der Mauerbau sofort beendet wird!


Vorhersehbar der größte Landraub seit 1967, wird die Apartheidmauer, so wie sie im Moment geplant ist, es Israel ermöglichen, zirka die Hälfte der West Bank zu kontrollieren. Man kann davon ausgehen, dass die Mauer - irreführenderweise "Sicherheitszaun" genannt - ungefähr 650 km lang sein wird. Schon jetzt windet sie sich bis zu 6 km tief in die West Bank hinein, wird aber an einigen Stellen, bis zu 16 km in die Besetzten Gebiete eindringen. Der Verlauf der Mauer ist so konstruiert, dass möglichst viele israelische Siedlungen annektiert und enorme Mengen von palästinensischem Land kontrolliert werden können.

Leben hinter der Apartheidmauer wird unerträglich werden: die palästinensische Bevölkerung wird in Ghettos eingemauert und der elementarsten Menschenrechte, großen Teilen ihrer Länder, Wasserressourcen und Möglichkeiten, einen Lebensunterhalt zu verdienen, beraubt sein. Die Unterdrückung und das Elend hat in den Gebieten, in denen der Mauerbau beendet ist, schon begonnen. Zirka 10% der Bevölkerung in der West Bank ist von den Zerstörungen, die die "erste Phase" des Mauerbaus mit sich gebracht hat, betroffen und somit nicht mehr in der Lage, ihre Felder zu erreichen und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Öffnung von drei "Übergangsstellen", die sich auf palästinensischem Land befinden und dieses durchschneiden, sind nichts anderes als eine Form der Institutionalisierung dieses Landraubs. Vor weniger als einem Monat sind diese "Tore" geöffnet worden und seitdem ist auf die Bauern und ihre Familien geschossen worden, sind sie zusammengeschlagen und gedemütigt worden und daran gehindert worden, ihr Land zu betreten. Die Mauer und ihre sogennanten "Übergangsstellen" sind unmenschlich und illegal.

Unter dem Vorwand der "Sicherheit" ist die Apartheidmauer nichts als ein Mittel, mit dem Israel seine lang geplante Politik der Besetzung, Diskriminierung und Vertreibung weiterführt. Das Ergebnis ist ethnische Säuberung und die Zerstörung der materiellen Basis für das Überleben und die Weiterentwicklung der gesamten palästinensischen Gesellschaft.

Ein freier und souveräner palästinensischer Staat wird unmöglich werden. Hinter der Rhetorik der "Verhandlungen" schaffen mehr als 100 am Mauerbau arbeitende Bagger täglich reale Fakten auf dem Boden und zeichnen somit den echten Verlauf der Road Map vor.

Wir, die Unterzeichner, sind die Stimme von Menschen in der ganzen Welt. Zu Beginn dieses Jahrtausends sprechen wir uns erneut klar und hörbar gegen Krieg und Besetzung aus. Wir fühlen die Pflicht, unsere Stimme gegen die Apartheidmauer zu erheben - eine Mauer, die auch nach internationalem Recht ein "Kriegsverbrechen", ein "Apartheidsverbrechen" und ein "Verbrechen gegen die Menschheit" ist.

Die vom Mauerbau betroffenen Dörfer und Städte haben unter dem Mantel der palästinensischen Kampagne gegen die Mauer einen "Internationalen Tag gegen die Mauer" ausgerufen, der am 9. November 2003, dem Tag des Berliner Mauerfalls, stattfinden wird. Wir rufen alle dazu auf, diese palästinensische Initiative zu unterstützen, damit sich die so sehr benötigte Solidarität und Aufmerksamkeit bilden kann und der Mauerbau gestoppt wird. Wir fordern Sie dazu auf, uns von heute an zu unterstützen und auf den Staat Israel und seine Alliierten Einfluss zu nehmen, damit die folgenden Forderungen Wirklichkeit werden:
    Stoppt und zerstört die Apartheidmauer sofort!

    Gebt alles für den Mauerbau gestohlene Land an seine palästinensischen Eigentümer wieder.

    Stoppt die Besetzung!

Palestinian Environmental NGOs Network (PENGON) / The Anti-Apartheid Wall Campaign - www.stopthewall.org



>>> Unterschrift: http://www.pengon.org/wall/deutsch.html

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> Militarisierungstendenzen im EU-Verfassungsentwurf

In den Medien ist meist vom Streit um die Stimmengewichtung einzelner Länder oder die Bedeutung der "christlich-abendländischen Tradition" für das europäische Selbstverständnis die Rede. - Daß der aktuelle Entwurf zur EU-Verfassung auch die Türen für Militarisierung und den verstärkten Einsatz von Gewalt in Konfliktsituationen weit öffnet, ist bisher leider kaum bekannt geworden.

Tatsächlich enthält das Dokument zur Thematik der zivilen Konfliktlösung nur einen Satz, während dem Ausbau des militärischen Bereichs nicht weniger als 5 Seiten gewidmet sind. Dem entspricht die Tatsache, daß das Verhältnis der Ausgaben für beide Bereiche derzeit ungefähr bei 1 : 10.000 liegt.

Dazu wird diese Verfassung weltweit die erste ihrer Art sein, in der permanente militärische Aufrüstung als Verfassungsauftrag festgeschrieben ist (Verpflichtung zur "schrittweisen Verbesserung militärischer Fähigkeiten", s.u.)!

Mit der Verfassung entscheidet sich für Europa letztlich auch, ob es als politische Einheit in seiner Struktur zukünftig eher militarisiert und gewaltorientiert oder eher zivilgesellschaftlich-emanzipiert ausgeprägt sein wird. Dies hat Konsequenzen für die Handlungsweise europäischer Politik - nach innen wie nach außen.



Einige Auszüge zur Thematik Militarisierung aus dem EU-Verfassungsentwurf {i}


Artikel I-40: Besondere Bestimmungen für Durchführung der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

(3) {...} Die Mitgliedstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern. Es wird ein Europäisches Amt für Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten eingerichtet, dessen Aufgabe es ist, den operativen Bedarf zu ermitteln und Maßnahmen zur Bedarfsdeckung zu fördern, zur Ermittlung von Maßnahmen zur Stärkung der industriellen und technologischen Grundlage des Verteidigungssektors beizutragen und diese Maßnahmen gegebenenfalls durchzuführen, sich an der Festlegung einer europäischen Politik im Bereich Fähigkeiten und Rüstung zu beteiligen sowie den Ministerrat bei der Beurteilung der Verbesserung der militärischen Fähigkeiten zu unterstützen.

(5) Der Ministerrat kann zur Wahrung der Werte der Union und im Dienste ihrer Interessen eine Gruppe von Mitgliedstaaten mit der Durchführung einer Mission im Rahmen der Union beauftragen.{ii} Diese Mission wird nach Maßgabe von Artikel [III-206 (ex-Artikel 18)] der Verfassung durchgeführt.{iii}

(6) Die Mitgliedstaaten, die anspruchsvolle Kriterien in Bezug auf die militärischen Fähigkeiten erfüllen und die im Hinblick auf Missionen mit höchsten Anforderungen untereinander festere Verpflichtungen eingegangen sind, begründen eine strukturierte Zusammenarbeit im Rahmen der Union. {...}


Artikel III-205 (ex-Artikel 17)

(1) Die in [Artikel I-40 Absatz 1] vorgesehenen Missionen, bei deren Durchführung die Union auf zivile und militärische Mittel zurückgreifen kann, umfassen gemeinsame Abrüstungsmaßnahmen{iv}, humanitäre Aufgaben und Rettungseinsätze, Aufgaben der militärischen Beratung und Unterstützung, Aufgaben der Konfliktverhütung und friedenserhaltende Aufgaben sowie Kampfeinsätze im Rahmen der Krisenbewältigung einschließlich Frieden schaffender Maßnahmen und Operationen zur Stabilisierung der Lage nach Konflikten. Mit allen diesen Missionen kann zur Bekämpfung des Terrorismus beigetragen werden, unter anderem auch durch die Unterstützung für Drittstaaten bei der Bekämpfung des Terrorismus in ihrem Hoheitsgebiet.

(2) Der Rat erlässt die Europäischen Beschlüsse über Missionen im Sinne des Absatzes 1 einstimmig; in den Beschlüssen sind Ziel und Umfang der Missionen sowie die für sie geltenden allgemeinen Durchführungsbestimmungen festgelegt. {…}


Artikel III-207 (ex-Artikel 19)

(1) Aufgabe des dem Rat unterstellten Europäischen Amtes für Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten ist es, {...}
d) die Forschung auf dem Gebiet der Verteidigungstechnologie zu unterstützen, gemeinsame Forschungsaktivitäten sowie Studien zu technischen Lösungen, die dem künftigen operativen Bedarf gerecht werden, zu koordinieren und zu planen;
e) dazu beizutragen, dass zweckdienliche Maßnahmen zur Stärkung der industriellen und technologischen Basis des Verteidigungssektors und für einen gezielteren Einsatz der Verteidigungsausgaben ermittelt werden, und diese Maßnahmen gegebenenfalls durchzuführen.


Artikel III-210 (ex-Artikel 22)

(3) Mit einem Europäischen Beschluss des Rates werden besondere Verfahren festgelegt, um den schnellen Zugriff auf die Haushaltsmittel der Union zu gewährleisten, die für die Sofortfinanzierung von Initiativen im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere von Tätigkeiten zur Vorbereitung der in [Artikel I-40 Absatz 1] genannten Missionen, bestimmt sind.



Anmerkungen:

{i} Aus dem EU-Verfassungsentwurf vom 20.6.2003. Hervorhebungen sowie Einfügungen in geschweiften Klammern wurden von uns nachträglich gesetzt und sind nicht im Originaldokument vorhanden. Die Ausschnitte sind das Ergebnis einer ca. 30-minütigen, eher oberflächlichen Textrecherche.

{ii} Was genau unter einer "Mission" zu verstehen ist, wird allerdings an keiner Stelle abschließend geklärt; ebensowenig sind die "Interessen" der EU spezifiziert. (In Art. I-2 und I-3 geht es um die Werte und Ziele der Union. In Art. I-39, Abs.2 heißt es allerdings: "Der Europäische Rat bestimmt die strategischen Interessen der Union und legt die Ziele ihrer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik fest.")

{iii} Auch dort werden nur die Unterrichtung des Ministerrates zu laufenden Missionen und ggf. Änderungen der Missionsparameter durch den Rat geregelt. Das Europäische Parlament ist an keiner Stelle einbezogen oder auch nur erwähnt.

{iv} Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!




(Links zu diesem Thema: z.B. IALANA und Friedensratschlag Kassel)

  Download EU-Verfassungsentwurf (PDF -- 453 KB)
  Download (Auszüge u. Anmerkungen) (RTF / Word -- 19 KB)



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> Zur Lage im Irak ein Jahr nach  den Angriffen  (Ein Beitrag von Fred Klinger)

Ein Jahr nach dem Krieg -
die Schiiten in Irak sind selbstbewußt geworden


von Fred Klinger


1. Begegnungen

Die Sa'dun Straße gehört zu den Hauptgeschäfts- und Verkehrsachsen in Bagdad. An einer Stelle, etwa auf Höhe der großen Hotels am Tigris - dem Palestine und dem Sheraton - führt diese Straße an einer Moschee vorbei, die wohl in den 80er Jahren gebaut wurde. Es ist die Moschee des 14. Ramadan. Eigentlich wäre dieser Sakralbau, einmal abgesehen von seinen türkisblauschimmernden Kacheln, verziert mit aufwendigsten Arabesken, die seine Kuppel und das hohe Minarett bedecken, nicht weiter der Rede wert, wäre er nicht zur privilegierten Kulisse dieser vom Krieg gepeinigten Stadt aufgestiegen. Zahllose Film- und Bildreportagen zum Irakkrieg und zur Lage des Besatzungsregimes haben bislang die Moschee des 14. Ramadan als dekorativen Hintergrund für ihre Berichterstattung gewählt. Das ist zwar ein bißchen einfallslos, aber auch bequem, denn viele der ausländischen Journalisten, die für die großen Agenturen und Fernsehgesellschaften arbeiten, residieren in den nahe gelegenen Hotels. Und so braucht man sich im Grunde nur einige Meter von der Hotelbar wegzubewegen und mit der Linse draufzuhalten, um die Sehgewohnheiten des Publikums zu bedienen. Aus eben diesem Grunde hatte die Moschee auch ihren ersten großen internationalen 'Auftritt' in den Tagen nach der Besetzung Bagdads durch die us-amerikanischen Truppenverbände. Die Moschee grenzt nämlich zur Straße hin an einen Platz, in dessen Mitte noch bis vor kurzem jene zigmeterhohe Statue des Saddam Hussein in der Pose des großen Wegweisers stand, die dann zur besten Sendezeit unter den laufenden Kameras von CNN, Fox-TV, sky und zahllosen anderen Stationen umgestürzt wurde. Sogar die Komparserie der empörten Volksseele hatte man aus anderen Stadtteilen eilig herbeigekarrt, damit alles auch realistisch, stilgetreu und authentisch wirke. Wer als Passant zufällig Augenzeuge dieser Weltinszenierung des Pentagon wurde, mochte sich zwar vor Verwunderung die Augen reiben, aber ich habe mir später mehrfach bestätigen lassen, dass das ganze Spektakel auf unseren Mattscheiben 'total echt rübergekommen' sei.

Dass der reale Krieg längst mit der Macht der Bilder und mit dem psychologischen Krieg um die Köpfe verbunden ist, darauf ist inzwischen zur Genüge und zu Recht hingewiesen worden. Und so will ich mich gar nicht weiter über diese und andere Umfälschungen der Wirklichkeit auslassen, denn meine eigene Geschichte mit der Moschee des 14. Ramadan besaß einen ganz anderen Hintergrund.

Eigentlich fing alles an mit der gewaltigen Pappel, die im Garten neben der Moschee steht und die, wenn der Tag sich neigte, Abertausenden von Vögeln Platz bot. Sie schienen diesen gemeinsamen Treff mit einem ohrenbetäubenden Gezwitscher so lebensprall und ungestüm zu feiern, dass man als Passant einfach stehen blieb und staunen wollte. Mir jedenfalls ging das so, wann immer ich an der Moschee vorbeikam. Es war, als würden die Vögel ihre Lebensfreude in den Himmel über Bagdad hinausschreien, um das drohende Unheil doch noch in letzter Minute abzuwenden. Und so kam es, dass ich mir irgendwann einmal ein Herz faßte, und die Türsteher vor dem Aufgang zur Moschee fragte, ob es denn gestattet sei, wenn ich als Nicht-Muslim im Garten neben der Pappel Platz nähme, um dort ein wenig zu verweilen. Es mag an meiner unpräzisen Pantomime mit allerlei Flatterbewegungen und einem riesigen, in die Luft gemalten Baumstamm gelegen haben, dass mich die Männer erst nur mitleidig betrachteten und sich über den Zustand meiner geistigen Verwirrung zu einigen schienen. Aber meine Hartnäckigkeit wurde belohnt. Schließlich hatte man jemanden aufgetrieben, der genügend englisch sprach, und schon bald darauf wurde mir auf freundlichste Weise Einlaß gewährt. So saß ich also bei der Pappel, hörte den Vögeln zu, dachte dabei vor mich hin, lernte den Scheich Imam dieser Moschee kennen und mauserte mich im Laufe einiger Nachmittage zu einem wohlgelittenen Gast, der anscheinend aus Europa kam und sichtbar ein Kreuz vor der Brust trug. Als dann die Bomber kamen, um ihre tödliche Last auszuspucken, als die Raketen einschlugen und das nächtliche Bagdad in einem brennenden Lichtermeer versank, da waren auch die Vögel verschwunden. -

In den ersten Bombennächten - später, als die irakische Luftabwehr vollends ausgeschaltet war, wurde auch tagsüber bombardiert - rief dieser Scheich Imam die Gläubigen der Umgebung auf, sich in der Moschee zu versammeln, damit alle im Gebet Beistand und Ermutigung fänden. Auch ich durfte an diesen Gebeten teilnehmen. Ich setzte mich dann etwas abseits in eine Ecke des Gotteshauses, sah den Männern zu, wie sie in Reihen nebeneinander stehend, ihre Gebetshaltungen einnahmen, ließ mich forttragen von der tonalen Macht des liturgischen Gesangs und fing an, meinem Gott für die Innigkeit zu danken, mit der sich diese Männer und ihr Scheich Imam im Glauben beistanden. Es gab wirklichen Trost in all der Angst, die uns umstellte und die manchmal bis zur Kehle und in die Gebärden hochschlagen wollte, wenn wir das Zittern der Mauern und die Druckwellen eines nahen Raketeneinschlags spürten.


2. Die Moschee und die muslimische Gemeinde

Die Moschee aber war nicht nur ein Ort des muslimischen Ritus und des gemeinsamen Gebets. Sie war, wie ich bald bemerkte, wesentlich mehr. Im Verständnis der Glaubenden war sie auch und sogar vorrangig das Zentrum des praktizierten Glaubensalltags. Tatsächlich gehört die gemeinschaftliche Sorge um die Einhaltung der Glaubensregeln, die Klärung von Konflikten, Notlagen und auch der gegenseitige Beistand zu den Kernelementen des muslimischen Gemeindeverständnisses. Das gilt im übrigen, bei allen Unterschieden in theologischer Akzentsetzung und Tradition für alle Strömungen des Islam. Die muslimische Gemeinde hat daher immer etwas von einer alltagstauglichen Basisorganisation, die sich auf das gelebte Regelsystem des Glaubensgehorsams stützt. Eine Trennung von öffentlich und privat, die für unsere westlich-europäische Kultur so charakteristisch ist, wäre für gläubige Muslime immer ein religiöser Widersinn und in jeder Hinsicht als unislamisch abzulehnen. Ein nur nominell 'gläubiger' oder säkular lebender Muslim wäre daher auch ein Widerspruch in sich selbst, so ähnlich wie eine 'rundes Viereck'.

Alle Versuche der politischen Korrumpierung der geistlichen Führer, der Einschüchterung und selbst die blutigste Repression, die vom Hussein-Regime ins Feld geführt wurden, um vor allem den Einfluß der schiitischen Mehrheitsreligion - etwa 63% der Bevölkerung - zu brechen, vermochten diesen Kernbereich muslimischer Identität nicht zu zerstören. (Warum dies bei den irakischen Sunniten teilweise eher gelang, hat vielfältige Gründe, denen ich aber an dieser Stelle nicht weiter nachgehen kann.) Für die spätere Zeit der endgültigen Besetzung des Irak, die oft den fast vollständigen Zusammenbruchs des öffentlichen Lebens mit sich brachte, sollte sich diese ungebrochene organisatorische Kraft der schiitischen Gemeinden als großer Segen, nicht selten sogar als lebensrettendes Moment erweisen. Als Bagdad unter den Augen der untätig bleibenden, nicht selten hämisch dreinschauenden US-Streitkräfte geplündert wurde, als die Bettelarmen der Elendsviertel und die Gangs aus bewaffnetem kriminellen Mob anfingen, wie eine apokalyptische Woge über die Stadt und ihre Bewohner hereinzubrechen, da waren es vor allem die schiitischen Imame, die in ihren Gemeinden und Nachbarschaften den Schutz der Zivilbevölkerung organisierten. Auch Plünderungen in den verlassenen Einrichtungen des verhaßten Regimes oder bei seinen Gewährsleuten wurden strengsten untersagt. Geraubtes Gut mußte wieder zurückgegeben werden. Aber nicht nur das geschah. Die lokalen schiitischen Führer und ihre Helfer besetzten oft handstreichartig und ohne jede Absprache mit der Besatzungsmacht die verwaisten Schlüsselfunktionen auf kommunaler Ebene. Im allgemeinen Chaos der Besatzung, das vor allem im Bereich der US-Streitkräfte die Maße des Vorstellbaren sprengte, wurde dadurch wenigstens ein Minimum an Notversorgung und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung gewährleistet. An diesen Alltags-Schnittstellen der Not und des Leidens der Zivilbevölkerung sammelte sich daher auch und mit der Zeit die wachsende Frustration und anti-westliche Militanz der Laien und lokaler Kleriker gegenüber dem Besatzungsregime. Nicht selten gerade deshalb, weil man sich bei allem Bemühen um alltägliches Überleben von der Besatzungsmacht ignoriert oder im Stich gelassen sah. Die ließ zwar rund um die Uhr die Bohrtürme und Öl-Förderanlagen bewachen, zeigte aber wenig Interesse für die von Plünderung bedrohten Versorgungsdepots oder für den Notbetrieb von Krankenhäusern.


3. Aufbruch als gesellschaftliche Macht

Die Weltöffentlichkeit konnte diese organisierende Kraft der Schiiten mit aller Deutlichkeit zur Kenntnis nehmen, als im April des vergangenen Jahres zum ersten Mal nach Jahrzehnten der Unterdrückung die traditionelle Pilgerreise nach Kerbala durchgeführt wurde. In dieser Stadt befindet sich eines der großen Heiligtümer der Schiiten, das Mausoleum des Imam Hussein, an dessen Martyrium die Pilgernden erinnern wollen. Man stelle sich vor: Das Hussein-Regime war erst vor wenigen Tagen politisch zusammengebrochen, die Kampfhandlungen waren noch nicht einmal beendet worden und dennoch begaben sich hundertausende Schiiten auf ihre erste große Pilgerreise nach dem Ende der Diktatur! Der damalige politische Chef der US-Besatzung, der Ex-General Garner, ein in seinem Amt weitgehend überforderter und später durch Paul Bremer abgelöster Mann, war zwar mit seinen erstaunt dreinschauenden Truppen bereits in der Stadt, aber an irgendein Eingreifen, geschweige denn an eine Zivilverwaltung der Besatzer war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Es waren die Schiiten selbst, die mit eigenen Kräften den Riesenstrom der Pilger nach Kerbala lenkten, dort für Ruhe und Ordnung sorgten und all diese Hunderttausende ohne größere Zwischenfälle zu versorgen und unterzubringen wußten. Die geistlichen Führer der Schiiten verstanden diese eindrucksvolle Manifestation der Einheit und gläubigen Hingabe auch als eine erste Demonstration ihrer Macht. Am Rande der Massenumzüge von Kerbala kam es zu ersten Bekundungen des Unmuts gegen das us-geführte Besatzungsregime. Dessen neue Übel wurde mit dem alten Hussein-Regime gleichgesetzt. Einige Tausend mußten es wohl gewesen sein, die unter den Augen der Journalisten und Kriegsberichterstatter "Nein zu Amerika, nein zu Saddam, nein zur Tyrannei" skandiert hatten. Und einer der bekanntesten Geistlichen der irakischen Schiiten, Ayatollah Mohammed Bakir al-Hakim, seines Zeichens der Gründer und Vorsitzende von SCIRI ( Rat der Islamischen Revolution in Irak), verkündete aus seinem iranischen Exil, wie er die Massenaufmärsche in Kerbala einschätzte. "Wir sind frei, wir sind geeint und wir können uns selbst organisieren", gab er in einem Interview zu Protokoll. Und mit Fingerzeig auf die USA: ."Wozu also brauchen wir jemanden von außen, der uns sein System auferlegt?" Noch im April, kurz vor seiner Rückkehr nach Irak, schlug er als Wortführer der mit Abstand einflußreichsten Schiitenorganisation in einem Schreiben an Kofi Annan, an die Islamische Weltkonferenz sowie an die Arabische Liga in einem Fünf-Punkte-Programm vor, wie die Nachkriegsordnung in Irak zu gestalten sei. Diese Punkte betrafen: 1. das sofortige Kriegsende; 2. die vollständige Beseitigung der Herrschaft Saddam Husseins; 3. die Übernahme der Verwaltung durch die UNO und nicht durch die Kriegskoalition; 4. den Abzug der Koalitionsstreitkräfte nach einem UNO-Zeitplan; 5. freie und allgemeine Wahlen unter UNO-Aufsicht.

Der Ayatollah, der selbst unter Hussein gefoltert und mit dem Leben bedroht worden war, sollte nach seiner Rückkehr nicht mehr viel Zeit haben, um seine politischen Pläne für eine Nachkriegsordnung in Irak zu verwirklichen. Am 29. August des vergangenen Jahres fiel er, der Hoffnungsträger des zivilen Widerstands gegen das Besatzungsregime und für eine zivilgesellschaftliche Erneuerung des Irak, beim Verlassen einer Moschee in Nadschaf einem Anschlag zum Opfer. Die Autobombe, die für ihn plaziert worden war, war so gewaltig in ihrer Detonation, dass selbst umliegende Gebäude in Stücke gerissen wurden. 82 weitere Personen, die sich als Passanten an der Unglücksstelle aufgehalten hatten, verloren ihr Leben; Hunderte andere wurden z.T. schwer verletzt.


4. Eine pluralistische Tradition der Gelehrsamkeit

Ein Opfer fundamentalistischen Sektengetümmels und terroristischer Machtkämpfe? Vielleicht, aber das ist in diesem Falle eher unwahrscheinlich. Wer in Mohammed Bakir al-Hakim einen typischen Vertreter der theokratisch-fundamentalistischen Herrschaft, etwa so wie sie sich im Iran etablieren konnte, zu sehen glaubt, würde einem grundlegendem Irrtum aufsitzen. Die führenden Vertreter des irakischen Schiismus standen dem totalen Machtanspruch der iranischen Schiiten mit ihrer theokratischen Grundphilosophie vom Gottesstaat immer skeptisch bis ablehnend gegenüber. Ein militanter, dem Fundamentalismus nahestehender und vom iranischen Klerus geförderter Führer wie der junge Ayatollah Muktada al-Sadr, selbst ein Überlebender einer der angesehensten schiitischen Familien, wird innerhalb der irakischen Hierarchie eher als Schreihals mit geringem Anhang und als ferngesteuerter Emporkömmling gewertet. Auch der Hinweis auf das iranische Exil von al-Hakim mag täuschen. Der aus Irak geflohene Ayatollah war hier bestenfalls geduldet, aber kaum wohlgelitten. Gegen Ende seines Aufenthalts wurde er sogar physisch angegriffen. Für die Stahlhelmfraktion der iranischen Mullahs mußten seine Positionen wie Häresie geklungen haben. Der SCIRI hatte u.a. das tragende Prinzip der iranischen Verfassung, die über jede weltliche Kritik erhabene Stellvertreterrolle des Gottesgelehrten, schon sehr früh aus seinen Grundpositionen gestrichen. Und diese Streichung war keineswegs taktischer Natur. Der irakische Schiismus wies im Gegensatz zu seinen zentralistisch ausgerichteten Nachbarn im Iran schon immer eine markant vielgestaltige und pluralistische Tradition auf, die sich auf ein breites Spektrum an einflußreichen Sippen und lokalen Zentren stützen konnte. Teilweise konkurrieren sogar einzelne Schulen und geistliche Führungspersönlichkeiten miteinander. In Nadschaf, der mit Abstand wichtigsten geistlichen Wirkungsstätte, die die höchsten Instanz schiitischer Gelehrsamkeit in Rechts-, Religions- und Ethikfragen, die sogen. Hawza, beherbergt, gibt es allein einen Verbund aus 150 verschiedenen Schulen, Seminaren, Universitäten mit über 5000 Studenten. Auch die Traditionslinien einer Gesellschaft, die in ihrem kulturellen Reichtum seit Jahrhunderten multireligiös und multiethnisch geprägt war, dürften eine Rolle gespielt haben. Selbst der armseligste Taxifahrer mit der größten Schrottlaube in Bagdad gibt sich bei seinen Erklärungen über heilige Stätten, historische Bauwerke oder Monumente wie der eingeborene Vertreter einer gelehrigen Weltzivilisation. Auch deshalb dürfte das allgemeine Entsetzen über die Barbarei und den Primitivismus der neuen Besatzer so abgrundtief gewesen sein.

Als Paul Bremer, der neue US-Statthalter und Nachfolger von General Garner, unter dem Druck gefährlich eskalierender Zustände in Irak und einer um ihren Wahlerfolg bangenden Bush-Administration im Herbst des vergangenen Jahres einen politischen Kurs- und Fassadenwechsel durchzusetzen versuchte, gingen die irakischen Schiiten erneut in die Offensive. Der militärisch so erfolgreich verlaufene Aggressionskrieg gegen Irak war binnen weniger Monate von einem politischen Pfund der Bush-Administration, die mit ungeahnten Spitzenwerten der öffentlichen Unterstützung wuchern konnte, zu einer heißen Kartoffel mutiert, die nun in den Händen des US-Präsidenten und seiner Regierungsmannschaft brannte. Und all dies ausgerechnet vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen Ende 2004! Die kaum noch zu vertuschende Katastrophe der US-Besatzungspolitik, fortlaufende Enthüllungen über getürkte Kriegsgründe und die aus dem Ruder laufenden Kriegs- und Folgekosten zwangen zu einem taktischen Zwischenschritt: Das Reizthema Irak mußte schleunigst aus den politischen Schlagzeigen verschwinden, und das bedeutete, eins und eins zusammengezählt, dass die US-Regierung formaliter aus einer direkten politischen Verantwortung für das Land und das sich zuspitzende Besatzungschaos entlassen werden mußte. Selbstverständlich sollten dabei alle relevanten Machtpositionen und Kontrollmöglichkeiten der USA de facto erhalten bleiben. Darauf genau zu achten, war nicht unwichtig. Denn mit seinem Befehl Nr. 39 hatte Paul Bremer - in einem erneuten Bruch aller einschlägigen Bestimmungen des Völkerrechts - die vollständige Privatisierung der irakischen Staatsunternehmen einschließlich der Möglichkeit des unbeschränkten Profittransfers angeordnet. Diese schwierige Gemengelage war der eigentliche Hintergrund für eine merkwürdige 'Vereinbarung', die der US-Statthalter am 15. November 2003 verkündete. Gegenüber dem sogen. irakischen Provisorischen Regierungsrat, der erst im Juli unter seiner Aufsicht aus 25 ausgewählten Vertretern der verschiedenen Religions-und ethnischen Gruppen gebildet worden war, erklärte Paul Bremer, dass die USA per 1. Juli 2004 die volle Souveränität an das irakische Volk übergeben und damit ihre Rolle als Besatzungsmacht beendigen würden. Bis Ende 2005 sollten freie und allgemeine Wahlen in Irak durchgeführt werden. Bis zu diesem fernen Zeitpunkt sollte eine unter US-Aufsicht gebildete Versammlung mit noch zu nominierenden Vertretern aus den 18 irakischen Provinzen eine Verfassung ausarbeiten und eine Übergangsregierung wählen. Nebenbei sickerte allerdings durch, dass die USA keineswegs daran dachten, ihre Truppen abzuziehen. Ein neues Militärabkommen mit dem dann souveränen Irak, das sechs große Stützpunkte im Lande vorsah und 115000 US-Soldaten eine neue irakische Bleibe verschaffen würde, sollten das auslaufende Besatzungsstatut ablösen.

13 Mitglieder des provisorischen Regierungsrates sind Vertreter der Schiiten, zu denen als Repräsentant des SCIRI auch Abdul Asis al-Hakim, der Bruder des ermordeten Mohammed Bakir al-Hakim gehört. Ihre Reaktion war schnell und entschieden. Ali al-Sistani, der derzeit wohl angesehenste geistliche Würdenträger in Irak, forderte nun von den USA ultimativ die sofortige Vorbereitung und Durchführung freier, allgemeiner Wahlen noch vor dem 1. Juli, und er drohte mit dem Abbruch jeder Art von Kooperation mit der Besatzungsmacht. Kurz danach ist auch al-Sistani nur knapp einem Attentatsversuch entgangen. Als Antwort auf die Bremer-'Vereinbarung' mobilisierten die Schiiten in Basra im Januar dieses Jahres für eine Massendemonstration, an der nach Angaben von Le Monde über 100.000 Menschen teilgenommen haben. "Wir wollen eine Verfassung geschrieben von den Irakern, nicht aus der Hand der Besatzungsmächte und auch nicht aus der Hand des provisorischen Regierungsrats" lautete die Parole eines der großen Transparente. Es klang wie eine letzte Warnung als der offizielle Vertreter Al-Sistanis am Rande der Demonstrationen in Basra erklärte: "Wir wollen keine Gewalt, aber bei weiterer Blockade werden die Menschen ihre Verantwortung gegenüber den Besatzungsmächten wahrnehmen. Sie werden dann die Konsequenzen tragen müssen, denn wir sind tapfer."

Der Wille zur Selbstregierung und zur Absage an die Willkür der Besatzer hätte nicht deutlicher ausfallen können. Paul Bremer ist inzwischen noch weiter zurückgerudert. Im Eilverfahren wurde nun im provisorischen Regierungsrat ein Verfassungsentwurf erarbeitet und von allen Beteiligten Kräften unterzeichnet. Wie die Entwicklung in Irak nach einer formalen Übergabe von Souvernänitätsrechten, an wen und welche stellvertretenden Instanzen mag dahingestellt bleiben, weitergehen soll, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig offen. Die neue Verfassung schweigt sich darüber aus. Die wahlkämpfende Bush-Administration hält sich bedeckt, und die Geduld der Schiiten hat ihre absehbaren Grenzen. Wie lange werden ihre geistlichen und politische Führer die Verbitterten und Enttäuschten, die Verarmten und die Entrechteten noch auf friedlichen Protestkundgebungen gegen die Besatzungsmacht organisieren können?


(März 2004)

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Copyright by Fred Klinger



Dr. Fred Klinger, einer der Initiatoren der Berliner Montagsdemo gegen den Irakkrieg (aus der die Montagsmahnwache hervorgegangen ist), rief u.a. auch das Interreligiöse Friedensgebet in Berlin ins Leben. Vom 14.-26. März letzten Jahres war er als Teilnehmer einer Gruppe von Friedensaktivisten in Bagdad, wo er den Ausbruch des Krieges miterlebte. Fred Klinger ist Mitglied der Kommission "Friedenspolitik" von pax christi Deutschland.

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> "Agenda 2010": Wie Arbeitnehmer geschröpft werden (Präsentation)

Daß der Begriff ein fast zynischer Euphemismus ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. In welchem Ausmaß jedoch im Rahmen der "Agenda 2010" das soziale System demontiert werden soll und wie drastisch die Auswirkungen für große Teile der Bevölkerung sein werden, ist vielen noch gar nicht bewußt. Aus gutem Grund hält sich die Politik mit der Aufklärung zurück, und ohne viel Aufsehen finden in der sommerlichen Urlaubszeit die Lesungen zu dem "Reformwerk" im Bundestag statt.

Die Eckpunkte sind: Hartz II-IV, Arbeitslosengeld II (als abgesenkte Sozialhilfe) statt Alhi, verschärfte Bemessungs- und Zumutbarkeitskriterien, Pflichtarbeit, Leistungskürzungen und Sanktionen, Rentenniveau und -eintrittsalter, Privatisierung des Krankengeldes. Verzahnt wird das Ganze mit der anstehenden "Gesundheitsreform" (s. dort).

In Zukunft droht Arbeitslosigkeit mit Verarmung einherzugehen. Nicht nur wird die Kluft zwischen arm und reich immer größer, sondern sie kann beim verordneten Aufbrauchen privater Reserven (z.T. auch der Altersvorsorge!) im Fall längerer Arbeitslosigkeit unüberbrückbar werden. "Millionen Deutsche vor sozialem Abstieg", titelte unlängst die eher moderate Berliner Zeitung (hier). Die Gefahr, daß eine neue "Klasse der Besitzlosen" entsteht, ist real!

Johannes Steffen von der Arbeitnehmerkammer Bremen (www.arbeitnehmerkammer.de/sozialpolitik/) hat hierzu eine sehr detaillierte und sehr lesenswerte Präsentation ausgearbeitet und sie um Aussagen zur Renten- und Gesundheits"reform" ergänzt. In ganz konkreten Rechenbeispielen - untermalt von Zitaten aus Schröders "Reform-Rede" - wird gezeigt, wie nun die "Agenda" in der Praxis agiert. Mit welchen Täuschungen und Taschenspielertricks die Arbeitslosenstatistik geschönt und Sozialleistungen noch weiter gedrückt werden sollen, wird ebenso entlarvt wie die falschen Versprechen, mit denen Schröder und die SPD seinerzeit die Wahl gewannen.

Bleibt die Frage, ob wir gewillt sind, es hinzunehmen.

  Download (PDF -- 167 KB) [Stand 6/2003]
  Download (extern) (PDF -- ca. 170 KB) [Aktuell]



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> Gesundheitsreform: Ein Sozialsystem unter dem Hammer (Präsentation / attac)

"Damit Deutschland gesund bleibt" - so heißt es in einer Print-Anzeige der Bundesregierung zur Gesundheitsreform. Die Aussage trifft ins Schwarze: Denn es geht offenbar weniger darum, daß die Menschen in Deutschland gesund werden oder bleiben können, und schon gar nicht darum, ein sozial gerechtes Gesundheitssystem zu schaffen. Es geht vielmehr um die Privatisierung des Gesundheitswesen, das plötzlich eine "Dienstleistung" sein soll.

Was es mit der angeblichen Kostenexplosion bei den Krankenkassen auf sich hat und mit welchen Maßnahmen Sie rechnen müssen, um zur "Gesundung Deutschlands" beizutragen, zeigt exemplarisch die vorliegende Präsentation, ausgearbeitet von Harald Klimenta / attac.

  Download (extern) (PowerPoint97+ -- ca. 300 KB) [Aktuell]
  Download (PDF -- 251 KB) [Stand 2/2003]

--- Kurzdarstellung ---

Geplante Gesundheitsreform:

  • Privatisierung der Vorsorge (Arbeitgeberanteil einseitig reduziert; Auslagerung von Leistungen durch "Wahlversicherungen")
  • Privatisierung der Versorgung: Krankenhäuser; Praxisgebühren; Selbstbehalte
Begründung: angebliche Kostenexplosion in den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV)

Paradigmenwechsel soll stattfinden:
  • Gesundheitswesen als "Dienstleistung", Patient als "Kunde"
Interessen:
  • Begrenzung des Arbeitgeberanteils an der KV
  • Zusammenhang mit GATS (Privatisierung staatlicher Dienstleistungen) und den Interessen global agierender Pharmakonzerne
  • verschiedene (partei)politische und persönliche Interessen
Kernthese der Präsentation:
Eine Zerstörung des solidarischen Gesundheitswesens aus Kostengesichtspunkten ist nicht notwendig.

Der Vortrag zeigt, daß die laufenden Ausgaben der GKV seit 1970 real um knapp 10% gestiegen sind, nicht um 900% (Inflation, Wachstum/Lohnsteigerungen, sprunghafter Anstieg der Versicherten durch Wiedervereinigung, Innovationen in den 70er Jahren wurden herausgerechnet)! Die KV-Beiträge stiegen seit 1975 um 38% (ohne Pflegeversicherung).

Warum darf das Gesundheitswesen nicht privatisiert werden?
  • Patienten haben Anspruch auf Hilfe jenseits ökonomischer Kalküle, mit marktförmig gestaltetem System nicht machbar
  • Patienten sind keine Kunden
  • Umverteilung ist privaten Systemen wesensfremd, im Gesundheitssystem jedoch unerläßlich
  • Zwangsläufige Vertiefung einer Mehrklassenmedizin
  • Privatisierung verteuert das Gesundheitswesen -- Verwaltungskosten der Privatversicherungen x3-5
      - Werbeausgaben
      - Zwischenschalten der Finanzmärkte
      - Gewinnabschöpfen
  • Empirisch: Keine Steigerung der Qualität des Gesundheitswesens (USA).
Forderungen von Attac zur Sicherung der Finanzierung des Gesundheitswesens
  • Aufhebung der Einkommensobergrenze für die Beitragsbemessung (3375 Euro), da unsolidarisch
  • Ausdehnung der Versicherungspflicht auf alle Erwerbstätigen (führt zum Ende der Privatversicherungen im Gesundheitswesen)
  • Einbeziehen von Zins-, Miet- und Gewinneinkommen und nicht nur der Arbeitseinkommen der Versicherten in die Beitragspflicht (Lohnquote!)
  • Heranziehen der Arbeitgeber zu einer "Wertschöpfungsabgabe", die arbeitsintensive Betriebe gegenüber kapitalintensiven bevorzugt.
---
(Enthält Zitate aus der Präsentation.)

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> Initiative Einspruch gegen Hartz IV (Unterschriftenaktion)

Unterstützen per Email: pepa@uni-bremen.de

Text der Initiative:

Hartz IV - zukunftsfähige "Reform" am Arbeitsmarkt oder Kapitulation vor der Massenarbeitslosigkeit?
Einspruch zugunsten von Arbeit für alle zu neuen Bedingungen



Arbeitslosigkeit ist ein Schlüsselproblem unseres Landes. Die Folgen für Erwerbslose und ihre Kinder, für Städte und Gemeinwesen, für die sozialen Sicherungssysteme und die Wirtschaft sind bekannt.

Die seit über 25 Jahren anhaltende Massenerwerbslosigkeit kann weder durch "Zauberei" noch durch eine einfache "Aktivierung" der Betroffenen überwunden werden. Sie hat strukturelle Ursachen: Erwerbsarbeit für Männer und Frauen, für Junge und Ältere wird es zu den bisher üblichen Bedingungen auch in Zukunft nicht für alle geben.

Wir müssen uns entscheiden:
  • Entweder wir setzen auf eine tatsächlich "moderne", flexible, die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen und der Betriebe aufnehmende Neuverteilung von Arbeit, Zeit und Einkommen und damit auf "Vollbeschäftigung zu neuen Bedingungen"
  • oder wir geben den Anspruch auf, allen Menschen eine faire Teilhabe an Erwerbsarbeit zu ermöglichen, durch die sie ihren Lebensunterhalt eigenständig erwerben können.
Mit den Gesetzentwürfen von Bundesregierung und Opposition werden - auch wenn dies nicht beabsichtigt sein mag - Weichen in Richtung der zweiten Option gestellt. Denn abgesehen von finanzpolitischen Gegensätzen und "handwerklichen" Unterschieden scheint das herrschende Politikverständnis in der Grundphilosophie überein zu stimmen: Das entscheidende Problem wird nicht im Mangel an Arbeitsplätzen und deren fairer Verteilung, sondern bei den Arbeitslosen selbst verortet. Anstatt die wirklichen Probleme in den Mittelpunkt der Diskussion und des Handelns zu rücken, wird in den Medien die "Faulenzerdebatte" angeheizt, werden Opfer zu Tätern gemacht. Damit wird die Spaltung unserer Gesellschaft weiter vertieft. Gerechtigkeitsempfinden und Demokratie werden nachhaltig beschädigt. Eine solche Politik löst die Probleme nicht, sondern droht sie weiter zu verschärfen:
  • Anstatt auf die hohe Qualifikation der Menschen in unserem Land zu bauen, droht als Folge der "neuen Zumutbarkeit" eine Spirale der De-Qualifizierung. Das schädigt die betroffenen Menschen - und den Standort Deutschland.
  • Anstatt die Binnennachfrage zu stützen, wird durch Verkürzung der Anspruchsdauer und Absenkung der Lohnersatzleistungen die Kaufkraft reduziert und damit die Wirtschaft weiter geschwächt.
  • Anstatt Schwarzarbeit überflüssig zu machen, werden Menschen mangels Alternativen oder durch die "Bereinigung der Statistik" in kriminalisierte Grauzonen gedrängt.
  • Anstatt Eigeninitiative und Flexibilität zu unterstützen, untergräbt die Furcht vor Arbeitslosigkeit und sozialer Deklassierung die Bereitschaft bei Beschäftigten und Arbeitsuchenden, die Risiken von Jobwechsel und Neuorientierungen einzugehen.
  • Anstatt neue Freiheiten und Perspektiven zu eröffnen, sehen sich viele (erwerbs) arbeitslose Menschen in ihren realen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt und durch überschießende Sanktionsandrohungen entmündigt.
Dass Frauen zu den am stärksten betroffenen Verlierer/innen dieser Politik gehören, widerspricht allen arbeitsmarktpolitischen Erkenntnissen, den Bedarfen der Wirtschaft und den Versprechungen aller Parteien auf Gleichberechtigung. Es ist die "Mitte der Gesellschaft", es sind auch und gerade die (derzeit) Beschäftigten, die Hartz IV betrifft: Sie geraten immer weiter unter ökonomischen und psychischen Druck. Der Abbau von gesellschaftlicher Fairness und sozialem Ausgleich am Arbeitsmarkt macht auch ihnen Angst. Damit wächst der Druck, gesellschaftlich notwendige, für das europäische Modell unverzichtbare Arbeits- und Sozialstandards aufzugeben.


Wir erheben Einspruch gegen diese rückwärtsgerichtete "Reform". Arbeitslosigkeit und (öffentliche) Armut sind kein Naturgesetz. Politische Entscheidungen werden von Menschen getroffen und sind veränderbar.

Wir fordern die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, die Interessenvertretungen der Beschäftigten und die Kirchen auf, dieser politischen Fehlentwicklung entgegenzutreten und sich für eine zukunftsfähige, sozial gerechte Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik einzusetzen.

Wir fordern "Kurze Vollzeit für alle". Wir fordern eine systematische Verknüpfung von örtlicher Infrastruktur- und Investitionspolitik mit geförderter sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Wir fordern eine Qualifizierungspolitik, die allen offen steht und "Lebenslanges Lernen" systematisch unterstützt.


(28.09.03)

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Katja Barloschky, Prof. Dr. Rudolph Bauer, Peter Beier, Martin Bertzbach, Prof. Dr. Adelheid Biesecker, Prof. Dr. Jürgen Blandow, Ulrike Hauffe, Ulrich Ipach, Mechtild Jansen, Sabine Kallmann, Berndt Korten, Dr. Barbara Loer, Martin Lühr, Mario Nitsche, PD Dr. Eva Quante-Brand, Petra Reinhardt, Dieter Reinken, Dr. Anne Röhm, Gerhard Scholz, Jürgen Seippel, Prof. Dr. Helmut Spitzley, Dr. Axel Troost, Prof. Dr. Achim Trube, Claus Wittgrefe

Die Erstunterzeichnenden sind in unterschiedlichen Funktionen und Institutionen mit der Förderung von Beschäftigung und beruflicher Qualifizierung sowie der Beratung und Vertretung von erwerbslosen Frauen und Männern befasst.



Ich unterstütze den Einspruch gegen Hartz IV
Bitte per mail an pepa@uni-bremen.de
Oder (notfalls) Fax KDA 0421- 346 15 14

(gesammelt wird zunächst bis zum 30.11.03)

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  Homepage: http://www.aktive-arbeitsmarktpolitik.de



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> "Abrüstung statt Sozialabbau!" (Unterschriftenaktion)

Der Aufruf im Wortlaut:

Appell an die Bundesregierung:
Abrüstung statt Sozialabbau!

Wir verlangen eine drastische Reduzierung der Rüstung und die Streichung aller Rüstungsvorhaben, die für Auslandseinsätze der Bundeswehr vorgesehen sind. Die dadurch frei werdenden Mittel müssen für soziale Sicherung, zivile Arbeitsplätze, Bildung und Ausbildung sowie für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt verwendet werden.

Rüstung, militärische Intervention und Sozialabbau verschärfen Konflikte statt ihre Ursachen zu bekämpfen.


[Unterschriftenliste]

Die Aktion geht vom Friedensratschlag Kassel aus und läuft bis zum 1. Dezember 2003.

Die ausgefüllten Listen bitte an:

Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
DGB Haus, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77
60329 Frankfurt/M.
Oder an: Bundesausschuss Friedensratschlag
c/o DGB Kassel
Spohrstr. 6, 34117 Kassel
  Download (PDF -- 77 KB)  



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> 1. November 2003: Bundesweiter Protest gegen Sozialkahlschlag

UnterstützerInnen des Aufrufs oder der Demo bitte eine Mail an nico@attac.de
oder direkt eintragen unter: www.demo-gegen-sozialabbau.de

Aufruf:

Es reicht! Alle gemeinsam gegen Sozialkahlschlag!
Bundesweite Demonstration am 1. November in Berlin!

Beginn: 13 Uhr Alexanderplatz/Mollstr.

Abschlusskundgebung auf dem Gendarmenmarkt


Der Angriff auf die sozialen Sicherungssysteme hat in Deutschland verschiedene Namen: Agenda 2010, Hartz, Rürup und Gesundheits"reform". Damit betreibt die Schröder/Fischer-Regierung die größten Angriffe auf die Lebens- und Arbeitsverhältnisse und Rechte seit dem 2. Weltkrieg.
  • Mit der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe und der Kürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes macht sie Hunderttausende von Erwerbslosen zu Sozialhilfebezieher/innen. Gleichzeitig plant sie die Absenkung der Sozialhilfe.
  • Das Hartz Konzept bedeutet Übergang zur Zwangsarbeit, bereitet Lohnsenkungen den Weg und höhlt Tarifverträge aus.
  • Für Zahnersatz und Krankengeld sollen wir in Zukunft selbst aufkommen. Eintrittsgeld beim Arzt und höhere Zuzahlungen für Medikamente sind geplant. Wir sollen 20 Mrd. Euro mehr zahlen.
  • Die Renten sollen so abgesenkt werden, dass die meisten Rentner/innen in Zukunft nicht mehr haben als Sozialhilfe und die Altersarmut steigt.
Uns wird eingeredet, es sei kein Geld da. Dabei hat sich die Produktivität in den letzten zehn Jahren verdoppelt und der gesellschaftliche Reichtum ist enorm gewachsen! Den Unternehmerverbänden und der Regierung geht es nur darum, den Banken und Konzernen auf unsere Kosten höhere Gewinne zuzuschieben. Sie sind es, die für Arbeitslosigkeit, leere Staatskassen und Krisen verantwortlich sind.
  • Die Senkung der Gewinnsteuern ab 2001 spülte bisher 30 Mrd. Euro in die Kassen der Unternehmen.
  • Der Verzicht auf die Vermögenssteuer belässt den Reichen jährlich 16 Mrd. Euro mehr auf ihren Konten.
  • Die geplante Senkung des Spitzensteuersatzes wird mit Kürzungen bei Erwerbslosen in Höhe von 6 Mrd. Euro wird finanziert.
  • Der geplante Kauf von 60 Militär-Airbussen kostet Euro 8,3 Mrd. - aber der Rentenzuschuss von 2 Mrd. Euro soll gestrichen werden.
Der internationale Standortwettbewerb der großen Konzerne und Regierungen führt auch in anderen Ländern zu "Strukturanpassungen", Senkung von Unternehmersteuern, Kürzung von sozialen Leistungen, Löhnen und Gehältern. In Frankreich und Österreich hat diese Politik große Proteste und Streiks ausgelöst. Auch wir dürfen diese dreisten Angriffe nicht länger hinnehmen.

Ob Arbeiter/innen, Angestellte, Beamte, Erwerbslose, Frauen, Flüchtlinge, Jugendliche oder Rentner/innen - wir dürfen uns nicht spalten lassen und müssen unsere Interessen in die eigenen Hände nehmen.
  • Wir lehnen alle Angriffe auf den Lebensstandard der Masse der Bevölkerung ab, ob unter dem Namen Agenda 2010, Rürup, Hartz oder Gesundheitsreform.
  • Wir fordern umfassende Heranziehung der Unternehmensgewinne und hohen Vermögen zur Finanzierung menschenwürdiger Lebensverhältnisse
  • Wir rufen auf: Baut örtliche und regionale Initiativen und Bündnisse gegen den Sozialabbau auf! Organisiert am Montag, 20.10. regionale Aktionstage in Betrieben und Städten!
    Auf zur bundesweiten Demonstration am 1.11. in Berlin!
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  (Bündnis gegen Sozialkahlschlag)

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> Infos zum 2. Europäischen Sozialforum in Paris, November 2003 (Podiumsdiskussion, Berlin)

Ankündigung:

Berlin von Florenz nach Paris

Informationen und Podiumsdiskussion zum II. Treffen des Europäischen Sozialforum in Paris gegen die neoliberale Politik und deren Kriege

Montag, 13. Oktober 2003, 19 Uhr
Heilig-Kreuz-Kirche, Kreuzberg, Zossener Str. 65, U-Bhf. Hallesches Tor (der Zugang ist barrierefrei möglich)

Es sprechen:
Vittorio Agnoletto (Lilacedius; Sprecher Genua Social Forum, Italien)
Farida Akhter (UBINIG: 'Polit. Forschung f. Entwicklungsalternativen', Bangladesh)
Lars Steinau (Ligue Communiste Revolutionnaire, Frankreich)
Haidi Giuliani (Aktivistin und Autorin von "Un anno senza Carlo", Italien)
Tobias Pflüger (Informationsstelle Militarisierung; wiss. Beirat attac, Deutschland)

(mit Simultan-Übersetzung)

Die weltweite Wirtschaftskrise führt jetzt auch in den "reichen" Ländern zu Entwicklungen, gegen die sich die Menschen des globalen Südens schon seit Jahren wehren. Die Versprechungen, dass die neoliberale Globalisierung allen Menschen Wohlstand und Sicherheit bringe, haben sich nicht erfüllt. Die Militarisierung der Weltordnung im Dienst wirtschaftlicher Interessen bringt neue globale Gefahren. Mit dem Weltsozialforum von Porto Alegre hat sich die globalisierungskritische Bewegung ein Forum geschaffen um Erfahrungen auszutauschen, Strategien und Alternativen zu diskutieren. Fragen zu stellen und Antworten zu suchen.

Mit dem Prozess des Europäischen Sozialforums versuchen Aktive aus ganz Europa eine neue Verbindung der bisher oft isolierten Kämpfe herzustellen. Menschen gehen aufeinander zu, die aus unterschiedlichen politischen Ansätzen kommen. Es geht darum, sich zuzuhören, sich und den anderen Fragen zu stellen ohne schon alle Antworten zu haben, um gemeinsam neue Antworten zu finden.

Wir haben Podiumsteilnehmer/innen eingeladen, die aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Kämpfen kommen, und sich in Paris, beim II. Treffen des ESF im November, auch wieder treffen werden.

Wir haben viele Fragen, an sie und uns:
  • Wie kann in Europa die vielfältige Opposition stärker werden?
  • Wie können wir uns nicht nur gegen Verschlechterungen der Lebensbedingungen erfolgreicher wehren, sondern positive Vorstellungen einer anderen Welt formulieren und durchsetzen?
  • Was können wir von den Bewegungen in Frankreich und Italien und vor allem aus anderen Kontinenten lernen?
  • Wie können wir den globalen, den europäischen und den lokalen Widerstand gegenseitig stärken?
Es sind viele Fragen, auf die die Bewegung Antworten sucht. Doch die Verknüpfung der Kämpfe in Italien wie in Frankreich und die weltweite Antikriegs-Moblisierung vom 15. Februar 2003 haben auch gezeigt, dass wir auf dem Weg sind, Antworten zu finden und praktische Antworten des Widerstands zu geben.

Veranstalter: Initiative für ein Berliner Sozial Forum, www.sozialforum-berlin.de in Kooperation mit der Stiftung Helle Panke, Berlin


Europäisches Sozialforum in Paris vom 12.-15. November 2003

Infos zum Programm des ESF: www.dsf-gsf.org.

Buskarten für Berlin sind auf der Veranstaltung erhältlich, ab 13.10.03 im Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2a; sowie bestellbar über: vonberlinnachparis1@gmx.de (ab 13.10)

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> Berliner Bankenskandal: Antrag auf Volksbegehren

Berlin muß sparen... Mit der "Nullrunde" im öffentlichen Dienst will der Senat 280 Mio. Euro sparen. Gleichzeitig werden aber jedes Jahr für die marode Bankgesellschaft Verbindlichkeiten in Höhe von 300 Mio. Euro vom Landeshaushalt aufgebracht! Die Risikoabschirmung des Landes für die Bankgesellschaft umfaßt ein Volumen von 21,6 Mrd. Euro - das sind mehr als 40 Prozent der Gesamtverschuldung Berlins (52,3 Mrd. Euro im April 2003). Damit werden auf Jahrzehnte die Bürger Berlins für die Gewinne und Sonderkonditionen der Fondszeicher aufkommen müssen. - Dessenungeachtet stiegen die Bezüge und Aufwendungen der BB-Vorstände kürzlich von 4000 auf 15.000 Euro.

Mit einem Volksbegehren soll das Risikoabschirmungsgesetz zu Fall gebracht, die Bankgesellschaft in die Insolvenz geführt und aufgelöst sowie die Sparkasse als Anstalt des öffentlichen Rechts wiederhergestellt werden.

Gegenwärtig läuft die 1. Stufe, der "Antrag auf Volksbegehren".
Damit das Volksbegehren genehmigt wird, sind bis Ende 2003 mindestens 25.000 gültige Unterschriften erforderlich. Unterschreiben kann, wer wahlberechtigt zum Berliner Abgeordnetenhaus ist.

Wichtig:
Beim Ausdrucken des zweiseitigen Antrags bitte darauf achten, dass sich beide Seiten auf einem Blatt Papier befinden (Vorder- und Rückseite). Der Unterschriftenbogen ist ansonsten nicht gültig!!

Mehr Infos auf der Seite der Initiative Berliner Bankenskandal

Ausgefüllte Anträge bitte in einem frankierten Umschlag an folgende Adresse:

Initiative Berliner Bankenskandal
Prinzenallee 58 F
Stichwort: Volksbegehren

13359 Berlin
(oder einfach zur MontagsMahnwache mitbringen...!)

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> Aufruf zum 27. September 2003 (weltweiter Aktionstag)

Frieden statt Besatzung
Besatzer raus aus dem Irak!


Im Irak herrscht kein Frieden. Das Besatzungsregime vermag nicht einmal die elementare Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Strom, Wasser und Medizin sicher zu stellen. Noch über Jahrzehnte hinaus wird die irakische Bevölkerung an den Zerstörungen und deren ökologischen Folgeschäden leiden.
Das Besatzungsregime verhindert die Selbstbestimmung und Selbstregierung der irakischen Bevölkerung, die in ihrer überwiegenden Mehrheit den sofortigen Abzug der Koalitionstruppen und Wiedergutmachung fordert.

Immer mehr zerreißt das Gespinst aus Lügen und Halbwahrheiten, mit dem die Regierungen der USA und Großbritanniens ihren Krieg gegen den Irak gerechtfertigt haben. Die Friedensbewegung hat in ihrer Einschätzung Recht behalten: Bush und Blair haben gelogen. Es ging niemals um Massenvernichtungswaffen, und es geht nicht um Freiheit oder um Demokratie. Die Tatsachen sprechen für sich. Schon bevor eine irakische Regierung handlungsfähig ist, werden alle wichtigen ökonomischen Entscheidungen durch die Besatzer getroffen, werden Verträge zur Privatisierung unter Dach und Fach gebracht. Wir unterstützen die Forderungen der Iraker nach Kontrolle aller Naturressourcen. Das ist allein Sache der irakischen Bevölkerung.

Freiheit für Palästina

Ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten erfordert auch ein Ende der Unterdrückung der Palästinenser. Zur Zeit bringen Regierungsvertreter die Forderung nach weiterer Vertreibung von Palästinensern nach Jordanien ins israelische Parlament ein.
Während Gespräche über einen neuen "Friedensplan" geführt werden, mauert die israelische Regierung einem Gefängnis gleich die Palästinenser auf palästinensischem Gebiet mit einem 8 m hohen, bis zu 80 m breiten, mit Stacheldraht und elektronischem überwachungssystem versehenen Mauerstreifen ein. Dieser bis zu 650 km lange "Trennzaun" zementiert u.a. den Landraub erheblicher Teile (fruchtbarer Gebiete) des Westjordanlandes.
Permanenter militärischer Terror und die fortwährende Demütigung der palästinensischen Zivilbevölkerung sind an der Tagesordnung. Dies und die jahrzehntelange völkerrechtswidrige Besatzung der palästinensischen Gebiete und von Ost-Jerusalem bilden den Nährboden für Gewalt.
Voraussetzung für eine gerechte Lösung des Konfliktes ist die Umsetzung der UN-Resolutionen. Nur so kann die Logik der Gewalt aufgebrochen werden. Wir unterstützen die Friedensbewegung in Israel und allen arabischen Ländern.

Die US-Regierung nutzt den "Kampf gegen den Terrorismus", um uns in das Zeitalter des permanenten Krieges zu führen. Mit den gleichen Argumenten wird auch die Militarisierung der EU vorangetrieben.

Wir wollen dieser Politik der Aufrüstung und Besatzung unseren entschlossenen Widerstand entgegensetzen - hierzulande und weltweit. Wir fordern:
  • Keine deutsche Unterstützung für die Besatzungspolitik -
    weder politisch noch logistisch oder finanziell

  • Schluss mit den Waffenlieferungen an Israel

  • Besatzer raus aus dem Irak

  • Rückzug der israelischen Armee aus den Palästinensergebieten,
    Schluss mit Vertreibung und Siedlungsbau
Am 27. September 2003 wird weltweit gegen die Besatzungsregimes im Irak und in Palästina protestiert. Beteiligt Euch an den Protesten in Berlin!
    Auftakt: 14 Uhr, Wilhelmstraße / Unter den Linden
    Abschluss: 16 Uhr, Potsdamer Platz


(Aktionsbündnis für den 27. 9. Berlin - (030) 43 67 16 21 - www.achse-des-friedens.de - V.i.S.d.P. Nabil Rachid, 10585 Berlin)
Aktionskomitee für ein Neuköllner Sozialforum; Anti-Kriegs-Komitee Neukölln; Arabischer Kulturverein; attac AG gegen den Krieg; Dachorganisation Arabischer Vereine; Deutscher Friedensrat; Initiative e.V. - Verein für Demokratie und Kultur von unten, Duisburg; Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF); internationale sozialistische linke (isl) - OG Berlin; Irakische Gemeinde Berlin; Linksruck; Montagsmahnwache; Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg; Palästinensische Gesellschaft für Menschenrechte; PDS; SAV; Solidarität der Koreaner in Europa; Sozialistische ArbeiterInnen Initiative - wastun!; Vereinigte Palästinensische Gemeinde

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